Effektiver Sonnenschutz auf Reisen: Wie Sie Ihre Haut in fernen Ländern richtig schützen
Die Vorfreude auf den wohlverdienten Urlaub in sonnigen Destinationen ist groß. Doch egal ob am Strand in Südostasien, beim Trekking in den Anden oder auf Safari in Afrika: Die UV-Strahlung ist in vielen Reisegebieten deutlich intensiver als in Mitteleuropa. Ein unbeschwerter Aufenthalt erfordert daher weit mehr als nur den Griff zu irgendeiner Sonnencreme. Um langfristige Hautschäden und akute gesundheitliche Probleme wie einen Sonnenstich zu vermeiden, sollten Sie Ihren Sonnenschutz strategisch planen.

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Gut zu wissen
Haltbarkeit von Sonnencremes: Geöffnete Sonnencremes aus dem Vorjahr verlieren oft an Schutzwirkung, da die UV-Filter mit der Zeit und insbesondere durch Hitzeeinwirkung (z. B. im heißen Auto oder am Strand) degradieren. Achten Sie auf das geöffnete Tiegel-Symbol auf der Verpackung (meist 12M für 12 Monate).
Reflexion nicht unterschätzen: Sand reflektiert die UV-Strahlung um bis zu 25 Prozent, Schnee sogar um bis zu 80 Prozent. Auch im Schatten oder bei bewölktem Himmel erreichen noch bis zu 50 Prozent der UV-Strahlen Ihre Haut.
1. Der passende Lichtschutzfaktor (LSF) für Ihr Reiseziel
In Äquatornähe sowie in höheren Lagen ist die Atmosphäre dünner, wodurch die UV-Belastung massiv ansteigt.
- Mindestanforderung: Für Fernreisen in sonnenintensive Regionen sollte grundsätzlich ein Lichtschutzfaktor von mindestens 30, idealerweise jedoch LSF 50+ gewählt werden.
- Breitbandfilter: Achten Sie darauf, dass das Produkt sowohl vor UVB-Strahlung (verantwortlich für Sonnenbrand) als auch vor UVA-Strahlung (verantwortlich für Hautalterung und tiefe Zellschäden) schützt.
2. Die richtige Anwendung: Häufige Fehler vermeiden
Der beste Sonnenschutz versagt, wenn er falsch aufgetragen wird.
- Die Menge macht’s: Die meisten Menschen nutzen zu wenig Sonnencreme. Als Faustregel für den ganzen Körper eines Erwachsenen gilt die Menge von etwa drei bis vier Esslöffeln.
- Rechtzeitig eincremen: Tragen Sie den Schutz bereits 20 bis 30 Minuten vor dem Verlassen der Unterkunft auf, damit die Filter ihre volle Wirkung entfalten können.
- Nachcremen ist Pflicht: Durch Schwitzen, Baden oder die Reibung des Handtuchs geht der Schutz verloren. Ein regelmäßiges Nachcremen – mindestens alle zwei Stunden – ist unerlässlich. Wichtig zu wissen: Nachcremen verlängert die maximale Schutzzeit des Tages nicht, es erhält sie lediglich aufrecht.
3. Kleidung als primärer UV-Schutz
Die Kosmetik sollte immer nur die Ergänzung zum mechanischen Schutz sein. In vielen Kulturen heißer Länder ist lange, weite Kleidung aus gutem Grund der Standard.
- Textilien: Dicht gewebte, dunkle oder kräftig gefärbte Stoffe halten UV-Strahlen besser ab als helle, dünne Baumwollshirts. Spezielle UV-Schutzkleidung ist besonders für Wassersportler und Wanderer ratsam.
- Kopf und Augen: Eine breitkrempige Kopfbedeckung schützt das Gesicht, die Ohren und den Nacken. Eine zertifizierte Sonnenbrille mit UV-400-Schutz ist für den Schutz der Netzhaut unverzichtbar.
4. Die Kombination mit Mückenschutz (Repellentien)
Auf Fernreisen stehen Urlauber oft vor der Herausforderung, sowohl Sonnenschutz als auch Mückenschutz (z. B. gegen Dengue oder Malaria) auftragen zu müssen. Hier gilt eine strikte medizinische Reihenfolge:
- Tragen Sie zuerst den Sonnenschutz auf.
- Lassen Sie diesen etwa 20 Minuten vollständig einziehen.
- Tragen Sie erst danach das Mückenschutzmittel auf.
Wird die Reihenfolge umgekehrt, können die Wirkstoffe des Repellents die Schutzbarriere der Sonnencreme beeinträchtigen oder die Aufnahme von Insektenschutzmitteln in die Haut ungewollt verstärken.

