Tollwut auf Reisen: für wen ist die Impfung sinnvoll?
Ferien in ferne Länder sind spannend und bereichernd – bringen aber auch gesundheitliche Risiken mit sich, die wir in Europa kaum kennen. Eine davon ist die Tollwut (Rabies). Während die Erkrankung in Österreich selten geworden ist, stellt sie in vielen Reiseländern ein ernstzunehmendes Risiko dar. Deshalb sollte die Tollwutimpfung bereits bei der Reiseplanung bedacht werden.

Gut zu wissen
- Tollwut ist nach Ausbruch fast immer tödlich – Prävention ist entscheidend.
- Übertragen wird das Virus meist durch Bisse, seltener durch Kratzer oder Speichelkontakt mit Schleimhäuten.
- Auch nach einer Impfung muss jeder Tierkontakt ärztlich abgeklärt werden – die Nachsorge ist unverzichtbar.
Was ist Tollwut?
Tollwut ist eine Virusinfektion, die das zentrale Nervensystem angreift und nach dem Auftreten der ersten Symptome fast immer tödlich verläuft. Übertragen wird sie in der Regel durch den Speichel infizierter Tiere – meist durch Bisse, seltener durch Kratzer oder Kontakt mit Schleimhäuten oder offenen Wunden.
Eine heilende Therapie gibt es nach Ausbruch der Krankheit nicht. Daher besteht der Schutz nur in einer vorbeugenden Impfung und in einer schnellen medizinischen Versorgung nach einem möglichen Kontakt.
Tollwut weltweit – ein Reiserisiko
Tollwut kommt in über 150 Ländern vor. Besonders betroffen sind Regionen in Asien, Afrika und Mittel- und Südamerika. Hauptüberträger sind Hunde, daneben auch Katzen, Affen oder Fledermäuse. Jährlich sterben weltweit mehrere zehntausend Menschen an Tollwut – oft in Ländern mit eingeschränktem Zugang zu medizinischer Versorgung.
Für Reisende ist das Risiko oft schwer abzuschätzen, weil Tierkontakte unvorhersehbar sind: streunende Hunde, neugierige Affen oder spielende Kinder mit Tieren können schnell zu einer Exposition führen.
Wie erfolgt die Ansteckung?
Durch Bisse infizierter Tiere, Kratzer mit Speichelkontakt oder generellem Speichelkontakt mit Schleimhäuten kann eine Infektion passieren. Auch kleine, harmlose Verletzungen können gefährlich sein. Die Inkubationszeit beträgt mehrere Wochen bis Monate, sodass das Virus oft unbemerkt bleibt.
Für wen ist die Tollwutimpfung sinnvoll?
Nicht jeder Reisende braucht automatisch eine Tollwutimpfung. Sie ist jedoch besonders empfehlenswert für:
- Reisende in Ländern mit hoher Tollwutverbreitung
- Menschen mit längeren oder häufigen Aufenthalten in Risikoregionen
- Backpacker, Abenteurer und Individualreisende
- Reisende mit engem Kontakt zu Einheimischen
- Personen in ländlichen oder abgelegenen Gebieten
- Kinder, die Tierkontakte oft nicht meiden
- Beruflich mit Tieren Tätige (z. B. Tierärzte, Entwicklungshelfer)
- Reisende ohne schnellen Zugang zu medizinischer Versorgung
Auch Städtereisen sind nicht risikofrei – streunende Tiere gibt es überall.
Vorteile der vorbeugenden Impfung
Um eine einfachere Behandlung nach Tierkontakt zu garantieren sowie nicht abhängig von Immunglobulinen zu sein und mehr Zeit für eine medizinische Abklärung zu haben ist eine Impfung vor Infektion ratsam.
Wichtig: Geimpfte sollten nach Tierkontakt trotzdem ärztlich kontrolliert und weitergeimpft werden.
Impfablauf und Zeitpunkt
Die Impfung erfolgt meist in zwei bis drei Teilimpfungen über mehrere Wochen. Eine frühzeitige Reiseberatung – idealerweise Wochen vor Abreise – ist deshalb sinnvoll. Für Kurzentschlossene gibt es beschleunigte Impfschemata, die individuell beurteilt werden.
Nach einem Tierkontakt im Ausland
Unabhängig vom Impfstatus gilt:
- Wunde sofort 15 Minuten mit Wasser und Seife auswaschen
- Desinfektion, wenn möglich
- Sofort ärztliche Hilfe aufsuchen
- Weitere Impfungen nach ärztlicher Empfehlung
Zeit ist entscheidend.


