AKTUELLE NEWS: Chikungunya in Bolivien

Während das Dengue-Fieber oft im medialen Fokus steht, verzeichnet Bolivien aktuell eine deutliche Zunahme bei einer weiteren durch Mücken übertragenen Erkrankung: dem Chikungunya-Virus. In den ersten Wochen des Jahres 2026 wurden landesweit bereits fast 1.000 Verdachtsfälle gemeldet, wobei der Schwerpunkt des Infektionsgeschehens im Tiefland liegt.

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gut zu wissen

  • Tagaktive Überträger: Die verantwortlichen Aedes-Mücken stechen vorwiegend tagsüber und in der Dämmerung, weshalb Mückenschutz nicht nur nachts wichtig ist.

  • Verwechslungsgefahr: Die Symptome ähneln stark dem Dengue-Fieber, weshalb bei Fieber nach einer Tropenreise immer eine fachmedizinische Abklärung erfolgen sollte.

  • Kein Aspirin bei Verdacht: Bei Verdacht auf eine durch Mücken übertragene Krankheit sollte auf blutverdünnende Schmerzmittel (wie Aspirin) verzichtet werden, bis eine Diagnose vorliegt.

DengueChikungunyaZika
Leitsymptomextrem hohes Fieberstarke GelenksschmerzenHautausschlag & Augenröte
Schmerzorthinter den Augen (retroorbital)kleine Gelenke (Hände, Füße)Muskeln & Gelenke (eher mild)
Hautausschlagerscheint meist spät (Tag 5-7)variabelerscheint oft früh
BesonderheitRisiko für innere BlutungenSchmerzen können Monate anhaltenRisiko für Schwangere

Die regionale Lage: Hotspot Santa Cruz

Besonders betroffen ist das Department Santa Cruz, das aufgrund seines tropischen Klimas ideale Bedingungen für die Ausbreitung der Überträgermücken bietet. Über 70 % der gemeldeten Fälle konzentrieren sich auf diese Region. Die lokalen Gesundheitsbehörden haben bereits damit begonnen, die Überwachung zu intensivieren und großflächige Maßnahmen zur Eindämmung der Mückenpopulation durchzuführen.

Das Krankheitsbild: Was Chikungunya von anderen Viren unterscheidet

Chikungunya wird, genau wie Dengue und Zika, durch die Stiche infizierter Aedes-Mücken übertragen. Der Name stammt aus der afrikanischen Sprache Makonde und bedeutet „der gekrümmt Gehende“. Dies beschreibt eines der markantesten Symptome:

  • Gelenkschmerzen: Im Gegensatz zu anderen tropischen Infekten stehen bei Chikungunya oft extrem starke, teilweise langanhaltende Gelenkschmerzen im Vordergrund, die vor allem Hände und Füße betreffen.
  • Plötzliches Fieber: Die Krankheit beginnt meist sehr abrupt mit hohem Fieber, oft begleitet von Hautausschlag und Muskelschmerzen.
  • Langzeitfolgen: Während die akute Phase meist nach ein bis zwei Wochen abklingt, können die Gelenkbeschwerden bei einem Teil der Patienten über Monate bestehen bleiben.

Prävention: Wie Sie sich auf Ihrer Bolivien-Reise schützen

Da es aktuell keine flächendeckend verfügbare Impfung für Kurzzeitreisende gibt, ist die sogenannte Expositionsprophylaxe entscheidend. Da die Überträgermücken primär tagaktiv sind, ist Vorsicht von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geboten.

  1. Repellentien: Nutzen Sie hochwertige Insektenschutzmittel mit Wirkstoffen wie DEET oder Icaridin.
  2. Kleidung: Tragen Sie helle, lange Kleidung, die idealerweise mit Insektiziden vorbehandelt ist.
  3. Netze: Sichern Sie Schlaf- und Ruheplätze durch engmaschige Moskitonetze.

Im Tropeninstitut.wien beraten wir Sie gerne individuell zu Ihrer Reise nach Bolivien oder in angrenzende Regionen, um Ihr persönliches Risiko zu minimieren.