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Unspezifisches Fieber nach einem Auslandsaufenthalt: Das können Sie tun

Fieber nach einer Fernreise ist immer ein Warnsignal, das keinesfalls ignoriert werden darf. Ob Malaria, Dengue oder eine gewöhnliche Infektion: Erfahren Sie in unserem Blogbeitrag, warum eine rasche infektiologische Abklärung so wichtig ist und was Sie im Ernstfall sofort tun sollten.

Univ.-Prof. Dr. med. univ. Alexander ZoufalyPraxis
Unspezifisches Fieber nach einem Auslandsaufenthalt: Das können Sie tun

Gut zu wissen

In unserer Praxis führen wir bei Rückkehrern mit Fieber eine gezielte Akutdiagnostik durch:

  • Malaria-Schnelltest & Dicker Tropfen: Bringt innerhalb kürzester Zeit Gewissheit darüber, ob Malaria-Parasiten im Blut zirkulieren.
  • PCR- & Antikörper-Analysen: Zum präzisen Nachweis von Dengue-, Chikungunya-, Zikavirus oder anderen Erregern.
  • Internistischer Status: Überprüfung von Entzündungswerten, Leber- und Nierenparametern zur sicheren Einordnung.

Eine Fernreise hinterlässt unvergessliche Eindrücke, Entspannung und neue Energie. Doch was passiert, wenn Tage oder gar Wochen nach der Rückkehr plötzlich das Thermometer steigt? Unspezifisches Fieber ist eines der häufigsten Symptome, mit denen Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus tropischen und subtropischen Regionen eine spezialisierte Ordination aufsuchen.

So verständlich der Wunsch ist, das Fieber zunächst als harmlosen Sommerschnupfen oder Jetlag abzutun: Fieber nach einer Fernreise ist bis zum Beweis des Gegenteils als reisemedizinischer Notfall zu betrachten.

Warum das so ist, welche Ursachen infrage kommen und wie das richtige Handeln aussieht, erklären wir aus internistisch-infektiologischer Sicht.

1. Warum Fieber nach der Reise ernst genommen werden muss

Viele tropische Erreger haben eine Inkubationszeit – also die Spanne zwischen dem Mückenstich oder der Keimaufnahme und dem Ausbruch der ersten Symptome –, die von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen oder Monaten reichen kann. Das bedeutet: Auch wenn Sie sich während des Urlaubs kerngesund gefühlt haben, kann eine im Ausland erworbene Infektion erst zu Hause ausbrechen.

Das heimtückische an „unspezifischem“ Fieber ist, dass es oft von ganz alltäglichen Beschwerden begleitet wird:

  • Kopf- und Gelenkschmerzen
  • Schüttelfrost oder Hitzewallungen
  • Allgemeiner Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit
  • Magen-Darm-Grummeln oder leichtem Ausschlag

Ohne spezialisierte Labordiagnostik lässt sich rein äußerlich nicht feststellen, ob eine banale Erkältung oder eine ernsthafte Tropenerkrankung vorliegt.

2. Die häufigsten Ursachen für Rückkehrer-Fieber

Je nach Reiseregion und Art des Aufenthalts kommen unterschiedliche Erreger als Auslöser in Betracht:

A. Malaria – Die Zeit läuft

Eine Infektion mit Plasmodium falciparum (Malaria tropica) ist die gefährlichste Ursache für Fieber nach Fernreisen. Sie tritt vor allem nach Aufenthalten in Sub-Sahara-Afrika, Teilen Südamerikas oder Südostasiens auf. Unbehandelt kann eine Malaria innerhalb weniger Tage zu schweren Komplikationen führen. Grundregel: Jedes unklare Fieber nach einer Reise in ein Malariagebiet erfordert einen unverzüglichen Malaria-Ausschluss mittels Bluttest.

B. Mückenübertragene Viren (Dengue, Chikungunya, Zika)

In Lateinamerika, Südostasien und zunehmend auch in Südeuropa gehören Dengue- und Chikungunya-Fieber zu den Hauptursachen. Das Fieber setzt meist schlagartig ein und geht mit extremen Muskel- und Gelenkschmerzen („Knochenbrecher-Fieber“) sowie Schmerzen hinter den Augen einher.

C. Bakterielle Infektionen & Magen-Darm-Keime

Auch Darminfektionen (wie Typhus oder Salmonellen), Rickettsiosen (durch Zecken übertragen) oder Leptospirosen (nach Kontakt mit Süßwasser) können sich primär durch hohes Fieber bemerkbar machen.

3. Die 4 wichtigsten Verhaltensregeln: Was Sie jetzt tun sollten

Sollten Sie nach Ihrer Rückkehr Fieber entwickeln, befolgen Sie bitte diese Schritte:

Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe gesucht: Wenden Sie sich direkt an eine spezialisierte infektionsmedizinische Ordination oder ein Tropeninstitut. Informieren Sie das Praxisteam bereits beim Erstkontakt über Ihre kürzliche Reise.

Reisehistorie parat halten: Notieren Sie für das Arztgespräch Ihre genaue Reiseroute, den Zeitraum, mögliche Mückenstiche, Aktivitäten (z. B. Baden in Süßwasser) und ob Sie eine Malaria-Prophylaxe eingenommen haben.

Vorsicht bei der Wahl der Schmerzmittel: Nehmen Sie zur Fiebersenkung ausschließlich Paracetamol ein. Verzichten Sie konsequent auf Ibuprofen, Aspirin oder Mefenaminsäure (Parkemed). Sollte ein Dengue-Fieber vorliegen, können diese Wirkstoffe die Gerinnung hemmen und gefährliche Blutungen auslösen.

Keine Eigenmedikation mit Antibiotika: Nehmen Sie nicht eigenmächtig Reste von Antibiotika aus der Reiseapotheke ein. Dies kann die spätere Labordiagnostik verfälschen und die richtige Diagnose verzögern.

Quellen

  • Österreichische Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Migrationsmedizin (ASTRAM): tropenmedizin.at
  • Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) – Leitlinien zu Fieber beim Reiserückkehrer: dtg.org
  • World Health Organization (WHO) – International Travel and Health: who.int/travel-advice

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Die auf dieser Website und in diesem Blog bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keinesfalls eine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Da sich medizinische Empfehlungen und die epidemische Lage weltweit stetig ändern, können wir keine Gewähr für die absolute Aktualität und Richtigkeit der Inhalte übernehmen. Haftungsansprüche für Schäden, die aus der Nutzung dieser Informationen entstehen, sind grundsätzlich ausgeschlossen. Jede reisemedizinische Vorsorge muss zwingend in einem persönlichen Gespräch mit einem qualifizierten Arzt auf Ihre Gesundheit und Reiseroute abgestimmt werden. Suchen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden nach einer Reise bitte umgehend einen Mediziner auf.